Klimawahlcheck - Showcase von den Techgenossen

Für welchen Klimaschutz stehen die Parteien bei der Bundestagswahl 2021? Mit dem Klimawahlcheck können Wähler*innen die Klimapositionen der großen Parteien einsehen und mit einer Selbsteinschätzung abgleichen. Denn Klimawandel ist politisch und die Bundestagswahl richtungsentscheidend.

Vor dem Projekt

1. Wer war die Kundin?

Die Klima-Allianz Deutschland in Kooperation mit GermanZero und dem NaBu haben das Projekt initiiert und fungierten als unsere Stakeholder. Insgesamt repäsentieren diese Organisatione übrigens rund 25 Millionen Menschen - also eine große Reichweite für Klimarelevanz.

2. Wie ist die Klimaallianz auf euch aufmerksam geworden?

Die Klima-Allianz kam auf uns zu, da wir seit Jahren unseren Klimawahlhelfer für Kommunal- und Landtagswahlen am Start haben, der aus unserem Engagement für „München muss handeln“

() und inzwischen für die Friday for Future-Bewegung zu etlichen Kommunal- und Landtagswahlen im Einsatz war. Da war die Zusammenarbeit für die Bundestagswahl nur folgerichtig.

Dazu kommt sicher unsere Erfahrung in der Projektarbeit mit klimabewussten Partnern und Auftraggebern. Schließlich ist uns Nachhaltigkeit in und durch Software-Entwicklung sehr wichtig.

3. Wie habt ihr euch auf das Ziel der Zusammenarbeit verständigt?

Zu Beginn der Zusammenarbeit haben wir uns als Ziel gesetzt, fristtreu ein Online-Tool zu haben, das die Klimawahl-Kampagne unterstützt. Die Idee war zunächst sehr vage, so eine Art “Wahl-o-Mat für Klimathemen”.

Es gab kein Briefing. Das machen wir eigentlich nie. Vielmehr setzen wir auf gemeinsame Workshops, wie Userstorymappings, Design-Sprints, User-Research und Co-Creation, um gemeinsam zu schärfen, wie und für wen eine digitale Tool-Idee Wert stiftet.

Konkret ergab sich aus den Workshops, dass Wähler mit einer interaktiven Benutzung ganz klar die Parteipositionen bei Klimaschutzthemen unterscheiden können. Damit richtete sich der Klimawahlcheck vor allem an Wähler, die nicht ohnehin schon klimabewusst wählen würden, sondern an die, die sich ehrlich und fundiert informieren möchten.

Screenshot Klimawahlcheck

Während des Projekts

4. Wie hat sich euer Team zusammengesetzt?

Wir Techgenossen haben zu viert an dem Projekt mitgearbeitet. Oskar und Stefan als Softeareentwickler, Jens und Vicky als Produktentwickler. Doppelbesetzungen haben sich in unserer Arbeit sehr bewährt.

Softwareseitig sorgt das sogenannte Pairing dafür, dass die Software von vorherein eine bessere Qualität hat. Auf diese Weise gelingt es uns, Zeit und Geld zu sparen, auch wenn sich das zunächst paradox anhört.

Und in punkto Produktentwicklung sorgen zwei Produktentwickler für Multiperspektivität, mal ganz abgesehen von Wissensteilung, Ausfallsicherheit und mehr Erfahrung an Bord.

5. Wie habt ihr euch organisiert?

Insbesondere bei so vielen Stakeholdern – später haben noch weitere Agenturen Inhalte, UI-Design sowie SEA dazu geliefert – ist gute Orga sehr wichtig. Hierfür haben sich „Wochensprints“ bewährt, also wöchentliche Absprachen mit allen ihn sogenannten Weekly-Besprechungen. Für die asynchrone Kommunikation, für Transparenz im Projektverlauf und für die Doku nutzten wir das Projektmamangement-Tool “Basecamp”.

6. Was ist der Technologie-Stack hinter klimawahlcheck.org?

Die Applikation ist in einem Kubernetes-Cluster deployt und deshalb ausfallsicher. Wir verwenden Ruby on Rails in Linux Containern für das Backend. Im Frondend haben wir auf das besonders leichtgewichtige AlpineJS für dynamische Komponenten gesetzt. Eine Besonderheit in dem Projekt war das besondere Augenmerk auf den Datenschutz. So werden die Selbsteinschätzungen der User auf keinem Server gespeichert, sondern alle persönlichen Angaben, die User machen, werden in ihren Browsern ausschließlich lokal gespeichert und mit Javascript entsprechend berechnet dargestellt.

Nach dem Projekt

7. Was lief gut bei diesem Projekt?

Natürlich das Ergebnis. Wir haben alle Ziele erfüllt und finden das Tool sehr überzeugend.

Sehr gut lief aus unserer Sicht aber vor allem, dass sich unsere Auftraggeber getraut haben mit uns den nutzerzentrierten und agilen Produktweg zu gehen: Wir hatten mehrere Prototypen, Produktthesen und Nutzertestreihen.

Diesen Fokus und die Nutzerzentrierung merkt man dem Tool an. Er hat es auch vor Featuritis bewahrt.

8. Was hat euch bei diesem Projekt überrascht?

Überrascht hat uns der tatsächliche Aufwand auf der Zielgeraden. Wenn man 80 Prozent hat und es dann für das I-Tüpfelchen und den Feinschliff noch mal hektisch wird, fühlten wir uns wieder in alte Agentur-Tage zurückversetzt.

Überraschend positiv war hier aber nicht nur die enorme Hilfsbereitschaft und Agilität aller Beteiligten, sondern vor allem, wie solidarisch und konstruktiv man mit verschiedenen Stakeholdern und Agenturen zusammenarbeiten kann, wenn das gemeinsame Ziel passt.

9. Was habt ihr bei diesem Projekt gelernt?

Zum einen, dass wir als Techgenossen auf dem richtigen Weg sind. Unsere Herangehensweise hat sich erneut bewährt. Besonders hat das eine Retrospektive gezeigt, welche wir am Ende des Projektes durchgeführt haben. Denn dabei besteht für alle Beteiligten die Möglichkeit, etwas für künftige Vorhaben zu lernen.

Gelernt haben wir auch, dass unsere Prinzipien , gerade in Projekten mit vielen verschiedenen Beteiligten, immer wieder besprochen und deutlich gemacht werden müssen. Dazu gehören z.B. das Pull-Prinzip, kurze Review-Zyklen und Deployments, die Art wie wir unsere Leistungen abrechnen.

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